Search
Search Menu

Stadtschreiber

Wir freuen uns, die erste Stadtschreiberin in Bonn bekanntgeben zu können: Julia von Lucadou

Radiopodcast (WDR 3 Kulturmagazin Mosaik) über die Stadtschreiberin:
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-eine-stadtschreiberin-fuer-bonn-100.html

Auszug aus dem GA-Artikel von Ebba Hagenberg-Miliu, 01.08.2018, zum ganzen Artikel

»… 35 deutschsprachige Autoren haben sich in den vergangenen Wochen beworben, erster Stadtschreiber Bonns zu werden. Gut die Hälfte von ihnen waren „bundesweit arrivierte Autoren mit Buchveröffentlichungen in mehreren Verlagen“, wie Barbara Ter-Nedden und Serap Gürkan vom Ausrichterverein Lese-Kultur Godesberg erläutern. Die Wahl der Jury fiel dann aber einstimmig auf eine Frau, die ganz aktuell mit ihrem Debütroman die großen deutschen Feuilletons beschäftigt: auf die 36-jährige, in Heidelberg geborene Julia von Lucadou.

Ihr dystopischer, also zukunftspessimistischer, Roman „Die Hochhausspringerin“ habe auch die Bonner Jury fasziniert, weil er gleichzeitig so realitätsnah mit seinen Hauptthemen Big Data, zwanghafte Selbstoptimierung und gläserner Angestellter umgehe, führen Ter-Nedden und Gürkan aus. „Der Roman zeigt das bemerkenswerte literarische Potenzial der Autorin.“ Die Feuilletons loben ihrerseits die Genauigkeit der Beschreibung, die makellose Sprache und insgesamt den Orwell'schen Blick dieses „verstörend prophetischen Erstlingsromans“ (Berliner Zeitung).

Die hiesige Jury habe sich aber auch von der Persönlichkeit Julia von Lucadous beeindrucken lassen, sagt Ter-Nedden: Die promovierte Filmwissenschaftlerin sei Kosmopolitin, die sich in New York, Köln und der Schweiz gleichermaßen zu Hause fühle – und die sich schon vor ihrem Antritt am 1. November dieses Jahres sehr interessiert an Bonn und am Stadtteil Bad Godesberg zeige. Was von Lucadou, die im Villenviertel wohnen wird, auf GA-Anfrage auch gerne bestätigt. „Ich finde Brüche, Veränderung inspirierend. Und Bonn ist so ein Ort der Veränderung. Ich bin sicher, dass man gerade im Bad Godesberger Boden noch viele alte Hauptstadtspuren findet und gleichzeitig ganz viel Neues, viele frische Knospen“, antwortet sie. Ihren kreativen Freiraum werde sie hier gerne nutzen. „Ich möchte ein neues Projekt beginnen, vielleicht einen zweiten Roman, vielleicht aber auch etwas ganz anderes. Mal sehen, wozu mich Bonn inspiriert. …«

———————————————————————————————————————-

Stipendium Stadtschreiber Bad Godesberg – Ferdinande Boxberger Preis 2018

Der Stadtteil Bad Godesberg liegt idyllisch an der südlichen Spitze der Kölner Bucht im Rheintaltrichter. Bereits im 18. Jhd. entstand das Kurviertel mit dem Schlösschen „La Redoute“. Mitte des 19. Jhd. erbauten wohlhabende Industriebarone das reizvolle Villenviertel, welches als Sommer- und Ruhesitz genutzt wurde. Ab 1949 gewann Bad Godesberg als „Diplomatenstadt“ an Bedeutung bis zum Fortgang der Bundesregierung nach Berlin in den 90er Jahren.

Heute ist Bad Godesberg ein quirliges Viertel, wo unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Viele Botschaften sind nach Berlin gezogen, aber die Menschen aus aller Welt sind geblieben. Vielseitigkeit machen den Reiz des Stadtteils aus: vom materiellen und kulturellen Reichtum der alten Bonner Republik bis zur Weltoffenheit anderer Kulturen mit Blick auf die Ansiedlung der Vereinten Nationen oder die Deutsche Welle.

Durch die Gründung und Arbeit des Vereins Lese-Kultur Godesberg e.V. im Umkreis der Parkbuchhandlung wird der Stadtteil seit 2015 kulturell, und insbesondere literarisch bereichert.

Mit der Einrichtung eines Literaturstipendiums für einen Bad Godesberger Stadtschreiber soll der Stadtteil eine weitere kultureller Attraktivität hinzugewinnen und das literarische Leben in Bad Godesberg sichtbar machen.

Das Stipendium wird für Deutsch schreibende Autoren, Publizisten, schriftstellerisch tätige Künstlerinnen bzw. Künstler ausgeschrieben, die bereits eine selbstständige, in einem Publikumsverlag herausgegebene Publikation vorweisen können und mind. 18 Jahre alt sind.  Mit diesem Preis wird dem Autor die Möglichkeit gegeben drei Monate in Bonn Bad Godesberg zu leben und zu arbeiten. Das Bad Godesberger Stadtschreiberstipendium soll der Unterstützung des eigenen schriftstellerischen Schaffens dienen. Gewünscht wird eine literarische Bilanz am Ende des Aufenthalts in Bezug auf den Stadtteil.

Es besteht Residenzpflicht während der Dauer des Stipendiums. Der Bad Godesberger Stadtschreiber erhält für die Zeit seiner Residenz ein monatliches Honorar von 1200 Euro und eine kostenlose Unterbringung in Bad Godesberg.

Zu den Aufgaben/Pflichten des Stipendiaten gehören eine Lesung aus eigenen Texten in der Parkbuchhandlung und zwei Lesungen in Schulklassen, außerdem ein Schreibworkshop im Rahmen des Bad Godesberger Literaturwettbewerbs.

Bewerbungen (Vita und kurze Selbstdarstellung) richten Sie bitte ab sofort online an:

Barbara Ter-Nedden/Serap Gürkan/Amélie Koenigs Lese-Kultur Godesberg e.V. lese-kultur-godesberg@gmx.de

Bewerbung, die bis zum 15.07. eingegangen sind, werden berücksichtigt. Das Stipendium soll ab dem 1.8. vergeben werden.